Olympus XA

Objektiv F. Zuiko 35 mm f/2.8. 6 Linsen in 5 Gruppen.
Verschluss Elektronisch gesteuerter Zentralverschluss, ca. 10 sec. bis 1/500. Kein "B". Selbstauslöser.
Belichtungs­messung CdS-Zelle über der Frontlinse. Zeitautomatik mit Blendenvorwahl, kein manueller Modus. Belichtungskorrektur +1.5 EV über Schalter am Kameraboden. Filmempfindlichkeit 25 bis 800 ASA.
Fokussierung Gekuppelter Mischbild-Entfernungsmesser (Aber ja doch!). Einstellbereich 0.85 m bis unendlich.
Sucher Leuchtrahmen. Die automatisch gewählte Belichtungszeit wird eingespiegelt.
Blitz Anschluss für speziell für diese Kamera gebaute Blitze A11 und A16. Automatikbetrieb für ASA 100 und 400 sowie manuelle Einstellung mit Blitz auf voller Leistung.
Film­transport Aufklappbare Rückwand. Daumenrad. Rückspulkurbel.
Maße ca. 103/64/40 mm.
Batterie 2x SR44 o.ä.

[English version]

Viel davon gehört, lange gezögert, schliesslich doch gekauft und nun begeistert! Die wahrscheinlich kleinste 35-mm-Messucherkamera. Dabei noch mit einer Reihe von seltenen Features ausgestattet, die sie endgültig einzigartig machen. Eine Kamera, die man immer dabei haben kann, ohne sich gross anzustrengen, und die dabei hervorragende Fotos macht.

Die XA ist die optimale Kamera für die Strasse: erstens bemerkt sie keiner, zweitens wird sie, wenn man sie doch einmal bemerkt, nicht recht ernst genommen. Schliesslich ist sie klein, schwarz und ungeheuer leise.

Ich wurde schon mehrfach nach der Anzahl der Megapixel gefragt (richtige Antwort: ca. 20, je nach Scanner), was darauf hindeutet, dass das Design entweder zeitlos ist, oder genauso verunglückt wie bei vielen Digitalkameras. Ich finde, es ist zeitlos.

Obwohl die Kamera zu grossen Teilen aus Plastik besteht, macht sie einen sehr hochwertigen Eindruck. Auch im rauen täglichen Einsatz ist kein ausleiern oder Wackeln festszustellen, und das gute Stück ist immerhin über 20 Jahre alt.

Die aufschiebbare Abdeckung schützt das Objektiv und die ganze Kamera vor Staub, Schmutz und sonstigen Gefahren, schaltet in geschlossenem Zustand den Belichtungsmesser ab und blockiert den Auslöser. Die XA ist die einzige Kamera, die ich ohne schlechtes Gewissen in meine normalerweise nicht allzu aufgeräumten Jackentaschen stecke.

Das F.Zuiko-Objektiv ist natürlich eine sehr spezielle Konstruktion mit extrem verkürzter Baulänge und einer riesigen hintersten Linse. Der Buchstabe "F." vor "Zuiko" deutet auf eine sechslinsige Konstruktion hin. Rechnet man ein, dass diese Konstruktion sicher den ein oder anderen Kompromiss erforderlich gemacht hat, kann man die Abbildungsqualität nur in den höchsten Tonen loben. Auch nach Objektiven Masstäben gibt es lediglich einen leichten Schärfeverlust bei maximaler ffnung zu bemängeln. Bei Blende 2.8 und 4 gibt es auch eine leichte Tendenz zum Lichtabfall in den Ecken.

Zeitautomatik mit Blendenvorwahl heisst Kontrolle über die Schärfentiefe. Zeiten bis 10 sek werden eingestellt. Grossartig bei Dämmerung und in Innenräumen ohne Blitz. In sensiblen Situationen ist dabei lediglich störend, dass der Sebstauslöser piept, was den ein oder anderen Museumswärter dann doch aufmerksam macht... Ein Mini-Stativ mit flexiblen Beinen reicht für diese leichte Kamera und passt zur Not auch noch in die Hosentasche.

Der Sucher ist schön gross und hell, der Entfernungsmesser auch bei schlechten Lichtverhältnissen gut einzustellen. Der Leuchtrahmen ist allerdings für Brillenträger nicht ganz zu sehen. Und der Sucher verzeichnet ziemlich stark tonnenförmig, was mich mittlerweile doch ein bisschen stört.

Ultraleichtgäniger Auslöser aus elektrisch leitendem Polymer zur Vermeidung jeglicher Vibrationen. In der Tat geht der Auslöser so leicht, dass "es" auch schon mal versehentlich zu früh passiert. Kombihebel am Boden für Gegenlichtkorrektur (+ 1,5 Blendenstufen), Batteriekontrolle und Selbstauslöser.

Die XA-Systemblitze A11 und A16 sind fast ein bisschen gross in Relation zur Kamera. "Normale" Blitze passen nicht, weil die Kamera weder einen Blitzschuh noch eine Synchronbuchse hat. Aber die Systemblitze sind ganz nett und haben eine Automatikblende die sich beim Umschalten der Kamera in den Blitzmodus automatisch einstellt (ungefähr Blende 3.5, würde ich sagen). Die Automatik geht nur bei 100 und 400 ASA, bei anderen Filmempfindlichkeiten funktioniert nur die gute alte Leitzahlen-Methode. Bei Negativfilm kann man es aber wagen, die Automatikeinstellungen auch für 200 und 800 ASA Filme zu nutzen, bei Kodachrome 200 stelle ich den Blitz auf 400, und das geht ganz gut (find ich. Aber ich blitze eh fast nie).

Ein Nachteil ist das fehlende Filtergewinde. Man kann sich zwar behelfen, indem man bespielsweise einen Farbfilter für Schwarzweiss einfach vor das Objektiv hält, aber das sieht - äh - unprofessionell aus und ist unpraktisch. Einen Filter als Objektivschutz braucht man andererseits natürlich nicht, und Polfilter sind bei Sucherkameras eh nicht in ihrem Element.

Kein Nachteil ist der fehlende Schnellspannhebel. Die XA hat das ergonomischste Daumenrad, das ich kenne.

Status März 2016: Zwei Stück gekauft, ebensoviele wieder verkauft. Haben Spaß gemacht, aber jetzt kauf ich keine mehr.

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Last modified March 21, 2016