KMZ Revolversucher

Brennweiten 28, 35, 50, 85, 135 mm.
Maße 38/44/58 mm.

[English version]

Oft wird geschrieben, dass dieser Sucher das qualitativ beste Produkt der sowjetischen Kameraindustrie ist. Ich kann das nicht verifizieren, da ich ausser ihm nur die FED 2 besitze, aber ich kann bestätigen, dass er erstklassig ist.

Der russische Revolversucher ist eine Kopie (von KMZ Krasnogorsk) des Zeiss-Universalsuchers für die Contax. Aber die Russen bauten ihn sowohl original als auch spiegelverkehrt nach, da die Originalversion die Bedienung des Zeitenrades bei der Leica (und den russischen Leica-Kopien) behindert. Abgebildet ist das "Leica"-Modell.

Es gibt im Prinzip drei Möglichkeiten, einen Sucher für mehrere Brennweiten zu bauen:

Optik: Die Brennweiten 28 und 35 mm verzeichnen ordentlich tonnenförmig. Das ist ob der Grösse verzeihlich und nicht so schlimm, denn zum Festlegen des Bildausschnitts reicht's allemal, und auf den Film kommen die Verzeichnungen ja nicht. Die anderen Brennweiten verzeichnen so gut wie gar nicht.

Sucherbild: Schön gross und hell. Der Abbidungsmassstab ist ca. 1:1 bei 85 mm. Der Bereich ausserhalb des Bildausschnitts ist grau hinterlegt. Das ist eigentlich viel besser als ein Leuchtrahmen, denn man sieht einerseits, was sich "draussen" abspielt (anders als bei einer SLR), andererseits gibt es aber einen deutlichen Unterschied zwischen "drinnen" und "draussen" und man muss nicht nach einem eventuell nur bruchstückhaft vorhandenen Leuchtrahmen "suchen".

Bedienung: Die Brennweitenverstellung läuft butterweich, mit Rastpunkten bei den einzelnen Brennweiten. Eine - nicht einrastender - Parallaxenausgleich im Nahbereich wird durch leichtes Verdrehen der Optik realisiert. Das ist zwar nicht ganz die reine Lehre, funktioniert aber gut. Das ganze Ding besteht nur aus Glas und gedrehtem und gefrästem Metall und lässt das Feinmechanikerherz höher schlagen.

Der Sucher sieht, wie ich finde, auf Fotos immer grösser aus als in Wirklichkeit. Er ist wirklich kompakt und gut benutzbar.

Erhältlich auf guten Flohmärkten. Probiert ihn aus. Es lohnt sich.

Top of page · Home

camera Copyright © 2002-2010 by Erik FissErik Fiss. All rights reserved.All rights reserved.
Last modified March 16, 2010